Wie funktioniert ein Shunt?

Genau wie bei vielen anderen technischen Entwicklungen, gibt es beim Shunt die unterschiedlichsten Systeme von verschiedenen Herstellern.
Ich werde nun versuchen die Funktionsweise eines Shunts möglichst einfach und verständlich zu erklären, welche natürlich im Prinzip immer gleich ist, egal von welcher Firma er stammt.
Dabei möchte ich nicht detailliert auf die Arten der Shunts und deren Funktionsweisen eingehen, da dieses Thema sehr komplex ist und ich kein Arzt bin. Auf der Seite mit den LINKS gibt es nützliche Weiterleitungen, direkt zu den Herstellern, welche dort weiterhelfen.

Was ist ein Shunt?

Seit nun schon über 50 Jahren werden Shunts eingesetzt, um einen Hydrocephalus zu behandeln. Überschüssiger Liquor, welcher beim Hydrocephalus nicht selbst vom Körper reguliert wird, wird durch den Shunt abgeleitet.
Ein Shunt leitet den Liquor aus dem Nervensystem in eine andere Körperpartie um. Hierbei können sich die vergrößerten Hirnventrikel wieder auf die Normalgröße verkleinern, wodurch sich die Symptome des Hydrocephalus zurückbilden sollen.
Heilen kann ein Shunt den Hydrocephalus nicht, aber er lindert die Symptome der Erkrankung und ermöglicht den Betroffenen ein relativ normales Leben.

Funktionsweise Shunt

Es gibt verschiedene Shuntsysteme und Herstellerfirmen aber das Prinzip ist in der Regel immer gleich.
Ein Shunt besteht aus zwei Kathetern und einem Rüclschlagventil. Das Ventil steuert die Menge des Liquors, sowie die Fliesrichtung und den Druck in den Hirnventrikeln.
Bei zunehmendem Liquordruck im Gehirn öffnen sich die Rückschlagventile und leiten die überschüssige Flüssigkeit in den Bauchraum oder in den Herzvorhof ab.

Im Allgemeinen wird die Flüssigkeit mit folgenden Shunt-Typen abgeleitet:
Ein ventrikuloperitonealer Shunt leitet die Flüssigkeit aus den Ventrikeln in die Bauchhöhle ab. Ein lumboperitonealer Shunt leitet die Flüssigkeit aus dem unteren Rücken in die Bauchhöhle ab.Liquorventile mit festem und einstellbarem Druck

Es gibt verschiedene Arten von Shuntventilen. Die beiden häufigsten sind:

  • Ventile mit festem Druck – Sie regulieren den Liquorfluss anhand eines voreingestellten Druckwerts
  • Ventile mit einstellbarem Druck – Sie regulieren den Liquorfluss anhand eines einstellbaren Druckwerts.
  • Ihr Arzt kann mittels spezieller Magnetvorrichtungen die Druckeinstellung des implantierten einstellbaren Ventils ambulant und ohne weiteren Eingriff nichtinvasiv ändern.

Beim Hersteller Medtronik GmbH: Anti-Siphon-Ventil zur Vermeidung einer zu starken Drainage

Beim Hersteller Miethke: Gravitationseinheit

Beide Ventiltypen können eine zusätzliche Schutzvorrichtung vor einem zu starken Abfluss in Form eines Anti-Siphon-Ventils enthalten. In aufrechter Position bewirkt die Schwerkraft einen verstärkten Abfluss von Liquor. Ein Anti-Siphon-Ventil kann einen übermäßigen Abfluss verhindern.

Ventil-Reservoire

Einige Ventile haben ein Reservoir, das für verschiedene Zwecke benutzt werden kann. Ihr Neurochirurg kann den Shunt durch Spülen des Reservoirs testen. Aus dem Reservoir lässt sich auch Liquor für Laboruntersuchungen entnehmen.

Katheter

Zur Behandlung des Hydrocephalus ohne Verbindung (HC occlusivus) muss ein Katheter in den Hirnventrikel eingesetzt werden. Bei einem Hydrocephalus mit Verbindung (HC communicans) kann der Liquor aus den Hirnventrikeln oder dem Rückenmark in eine andere Körperpartie abgeleitet werden (in der Regel ist dies die Bauchhöhle)

Lumboperitoneale Shunts (LP-Shunts) sind im Allgemeinen Erwachsenen vorenhalten.

Hirnwasserableitung in den Bauchraum (ventrikulo-peritonealer Shunt, VP-Shunt)

Bei einer Störung des Hirnwasserkreislaufes kann das Hirnwasser (Hirn-Rückenmarksflüssigkeit, Liquor cerebrospinalis) aus der (meist) rechten seitlichen Hirnkammer in den Bauchraum abgeleitet werden. Man spricht von einer ventrikulo-peritonealen Hirnwasserableitung.

Ein Katheter wird in die Hirnkammer (zentraler Katheter) vorgeschoben und mit dem oberen Ende eines Ventils verbunden, das seitlich am Kopf unter die Haut eingelegt (implantiert) wird. Das Ventil ist in der Regel mit einem Schutz gegen eine zu starke Hirnwasserableitung (Überdrainage), ein sog. Anti-Sog-Ventil (Anti-Siphon-Device, ASD) versehen.

Der Bauchkatheter (peripherer Katheter) wird am unteren Ende des Ventils befestigt und unter die Haut verlegt. Kleine Einschnitte am Hals und am Bauch – diese Stellen sind an einer Hautnarbe zu erkennen – kennzeichnen die Stellen, an denen der Katheter unter die Haut eingeführt wurde. Etwa in Höhe der Narbe am Bauch tritt der Katheter in die Bauchhöhle ein.

Hirnwasserableitung in das Herz (ventrikulo-atrialer Shunt)

Bei einer Störung des Hirnwasserkreislaufes kann das Hirnwasser (Hirn-Rückenmarksflüssigkeit, Liquor cerebrospinalis) aus der (meist) rechten seitlichen Hirnkammer über einen zentralen Katheter, ein Ventil und einen in den Vorhof des rechten Herzens (lat. Atrium, Herzvorhof) eingeführten peripheren Katheter abgeleitet werden.

Der Herzkatheter (peripherer Katheter) wird durch einen kleinen Einschnitt am Hals (diese Stelle ist an einer Hautnarbe zu erkennen) in die innere Halsvene (Vena jugularis interna), eingeführt und über die obere Hohlvene (Vena cava superior) bis in den Herzvorhof (lat. atrium) oder das Herzohr (lat. auriculum, Herzohr, Teil des Herz-Vorhofs) vorgeschoben, weshalb diese Form der Ableitung auch als ventrikulo-atrialer oder ventrikulo-aurikulärer Shunt (kurz: v.a.-Shunt) bezeichnet wird.

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