Natürliche Schmerzmittel – Alternativen zu Ibuprofen, Paracetamol & Co.

Wer nicht unbedingt direkt zu pharmazeutischen Schmerzmitteln greifen will, versucht es vorerst gerne mit natürlichen Schmerzmittel. Bei diesen sind die Nebenwirkungen, im Gegenteil zu kommerziellen Schmerzmitteln, meist nicht nur überschaubarer, sondern auch die Suchtgefahr so gut wie gar nicht vorhanden.

An sich also eine gute Sache, denn nicht immer ist ein Griff zu Ibuprofen und Acetaminophen überhaupt notwendig.

Was genau versteht man unter natürlichen Schmerzmitteln?

Unter anderem auch bekannt unter dem Synonym ”Hausmittel” oder ”pflanzliche Schmerzmittel” können verschiedene, nicht chemisch hergestellte Mittel eine wahre Wohltat für den eigenen Körper sein und so in manchen Fällen sogar chronische Schmerzen lindern.

Viele Kräuter, Heilpflanzen und Gewürze können nicht nur Entzündungen und andere damit verbundene Erkrankungen behandeln, sondern auch gleichzeitig zu einem gesünderen Immunsystem beitragen und so weiteren Krankheiten vorbeugen.

Natürliche Schmerzmittel fallen dabei unter eine Kategorie der Behandlung, welche auch als alternative Medizin bekannt ist. Darunter fallen unter anderem auch Akupunktur, Yoga und Reiki-Praktiken.

Welche natürliche Schmerzmittel helfen nun aber bei Kopfschmerzen, starken Verspannungen oder Unwohlsein?

Wir haben für sie die besten natürlichen Schmerzmittel zusammengetragen und geben Ihnen so eine Hilfe an die Hand, mit welcher Sie ihre Schmerzen auf natürlichem Weg lindern können.

Lesen Sie also weiter um zu erfahren, wie Sie ihre Schmerzen auf natürliche Weise bewältigen können, ohne sich dabei auf rezeptfreie Schmerzmittel verlassen zu müssen.

Weidenrinde

Seit mehreren Jahrhunderten wird Weidenrinde von Menschen zur Linderung von Entzündungen eingesetzt, welche die größte Ursache der meisten Schmerzen ist.

Wie genau hilft Weidenrinde?

Die Rinde der Weißweide enthält eine Chemikalie namens Salicin, welche dem Hauptbestandteil von Aspirin (Bayer) ähnelt.

Ursprünglich kauten die Menschen die Rinde selbst, um Schmerzen und Fieber zu lindern. Heutzutage wird Weidenrinde jedoch unter anderem auch als getrocknetes Kraut verkauft, mit welchem man einen Tee zubereiten kann. Zudem finden sich weitere Präparate in Flüssig- oder gar Kapselform online, sowie in der nächsten Apotheke.

Anwendungsgebiete:

Nebenwirkungen

Weidenrinde ist jedoch nicht ganz frei von möglichen Nebenwirkungen. Unter anderem kann sie Magenverstimmungen verursachen, sowie die Blutungszeit verlängern. Ebenso treten diese Gefahren aber auch bei Einnahme von Aspirin auf, weshalb auch Weidenrinde nur von Erwachsenen eingenommen werden sollte.

Wenn Sie also empfindlich auf Aspirin reagieren oder andere entzündungshemmende Medikamente (wie Ibuprofen oder Naproxen), sollten Sie Weidenrinde besser vermeiden. Auch sollten Sie vermeiden diese mit anderen Medikamenten, wie etwa Warfarin (Coumadin) oder andere Antikoagulanzien einzunehmen, da Salicin das Risiko von Blutungen erhöhen könnte. Sprechen Sie deshalb vorab mit Ihrem Arzt, wenn Sie andere entzündungshemmende oder schmerzstillende Medikamente einnehmen.

Kurkuma

Kurkuma ist das Gewürz, welches dem Curry seine gelbe Farbe und seinen einzigartigen Geschmack verleiht.

Wie genau hilft Kurkuma?

Kurkuma enthält die Verbindung Curcumin, ein Antioxidans, das den Körper vor freien Radikalmolekülen schützt, welche den menschlichen Zellen und Gewebe schädigen können.

Anwendungsgebiete:

  • Verdauungsstörungen
  • Geschwüre
  • Magenverstimmung
  • Psoriasis
  • Krebs
  • Einige Menschen wenden Kurkuma auch als natürliches Schmerzmittel an, da es dabei hilft Entzündungen von innen heraus zu lindern.

Nebenwirkungen

Keine bekannten Nebenwirkungen.

Gewürznelken

Ganze Nelken werden oft verwendet, um Fleisch- und Reisgerichte aufzupeppen. Gemahlene Nelken hingegen werden in Torten und vielen anderen Lebensmitteln verwendet, weshalb sie besonders in der Weihnachtszeit schon fast zum Grundbedarf bei vielen im Haushalt gehören. Als Medikament finden Sie Nelken in Kapsel- oder Pulverform, zumal Nelkenöl ebenfalls erhältlich ist.

Wie andere pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel können Sie Nelken verwenden, um eine Vielzahl von Erkrankungen zu behandeln. Forscher glauben nämlich auch, dass Nelken antioxidative, entzündungshemmende, antimykotische und antivirale Effekte haben können.

Wie genau helfen Nelken?

Der Wirkstoff in Nelken ist unter dem Namen Eugenol bekannt.  Das Reiben einer winzigen Menge Nelkenöl an Ihrem Zahnfleisch kann zum Beispiel vorübergehend Zahnschmerzen lindern, bis Sie zu einem Zahnarzt gehen können.

Anwendungsgebiete:

  • Übelkeit
  • Erkältungen
  • Kopfschmerzen
  • arthritischen Entzündungen
  • Zahnschmerzen
  • Pilzinfektionen

Nebenwirkungen

Menschen mit Blutungsstörungen oder welche blutverdünnende Medikamente zu sich nehmen sollten beim Verzehr von Nelkenprodukten vorsichtig sein. Nelkenöl kann das Risiko einer anormalen Blutung erhöhen.

Lavendelöl

Das Einatmen von ätherischem Lavendelöl kann helfen, Schmerzen und Ängste auf natürliche Weise zu lindern. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Lavendelöl nicht nur schmerzlindernde und entzündungshemmende, sondern auch antioxidative Wirkung bei Tieren und Menschen zeigt, weshalb es sich ideal als natürliches Schmerzmittel eignet.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2012 ergab zudem, dass das Einatmen von Lavendelöl die mit Migräne verbundenen Schmerzen im Vergleich zu einem Placebo deutlich lindern kann.

Anwendungsgebiete: 

  • Schlafstörungen
  • Angstzustände
  • Kopfschmerzen, sowie Migräne
  • Entzündungsschmerzen

Nebenwirkungen

Die Food and Drug Administration (FDA) reguliert derzeit keine Inhaltsstoffe und Dosierungen von ätherischen Ölen, also verwenden Sie diese bitte mit Vorsicht. Sprechen Sie am besten vorab mit einem Arzt, bevor Sie neue ätherische Öle verwenden.

Nehmen Sie keine ätherischen Öle oral ein, da sie giftig sein können.

Rosmarin

Neben Lavendel kann auch die Rosmarinpflanze (Rosmarinus officinalis L) in Form von ätherischen Ölen, in Kapselform oder in purer Form nahe zu Wunder bewirken.

Wie genau hilft Rosmarin?

Rosmarin wirkt auf die sogenannten Opioidrezeptoren im Gehirn, welche einen großen Teil zu unserem Schmerzempfinden beitragen.

Anwendungsgebiete:

  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Knochenschmerzen
  • Anfälle

Rosmarin kann auch Entzündungen reduzieren, glatte Muskeln entspannen und das Gedächtnis stärken.

Nebenwirkungen

Keine bekannten Nebenwirkungen.

Pfefferminz

Auch aus der Pflanze Mentha piperita kann ätherischen Öl hergestellt werden. Weitere Formen in denen Pfefferminz als natürliches Schmerzmittel eingesetzt werden kann: Tee, in purer oder Kapselform.

Wie genau hilft Pfefferminzöl?

Zu den Wirkstoffen in Pfefferminzöl gehören Carvacrol, Menthol und Limonen, welche als entzündungshemmend, antimikrobiel und schmerzlindernd bekannt sind.

Anwendungsgebiete:

  • Krämpfe
  • Spannungskopfschmerzen
  • Probleme im Zusammenhang mit Arthritis

Oft wird verdünntes ätherisches Pfefferminzöl als Behandlungsmethode gewählt, indem man dieses auf den schmerzhaften Bereich reibt oder einmassiert.

Nebenwirkungen

Vermeiden Sie es, Pfefferminzöl auf verletzte Haut aufzutragen.

Zudem kann es eine allergische Reaktionen hervorrufen, weshalb sie vorab besser einen Stichprobentest machen sollten, bevor Sie das Pfefferminzöl auf eine schmerzhaften Stelle auftragen.

Eukalyptusöl

Dieses pflanzliche Mittel aus der Eukalyptuspflanze kann helfen, Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen im Körper zu reduzieren.

Eine Studie aus dem Jahr 2013 ergab zudem, dass das Einatmen von Eukalyptusöl im Vergleich zu Mandelöl Schmerzen lindert. Die Teilnehmer dieser Studie inhalierten Eukalyptusöl für 30 Minuten pro Tag für 3 Tage, während sie sich von einer Operation erholten.

Anwendungsgebiete:

  • Entzündungen der Sehnen/Muskeln
  • Schwellungen
  • stechende Schmerzen
  • Sportverletzungen

Nebenwirkungen

Verwenden Sie kein Eukalyptusöl in der Nähe von Kindern oder Haustieren, da Eukalyptus Asthma auslösen kann und, oral eingenommen, zu einer Vergiftung führen kann. Auch hier empfehlen wir einen Stichprobentest, bevor Sie die schmerzende Stelle behandeln.

Hitze und Eis

Zu den wohl gängigsten Hausschmerzpräparaten gehört die direkte Anwendung von Wärme und Eis an den betroffenen Stellen. Obwohl diese Behandlung offensichtlich erscheint, ist nicht jedem klar, wann Eis und nicht Wärme verwendet werden sollte.

Das Auftragen eines Eisbeutels zur Reduzierung von Schwellungen und Entzündungen kurz nach der Belastung von Muskeln, Sehnen oder Bändern kann zum Beispiel direkte Abhilfe schaffen. Wärme ist jedoch erst im Nachhinein eine wahre Wohltat, wie bei starken Verspannungen oder hartnäckigen Entzündungen.

Akupunktur

Diese alte chinesische medizinische Praxis versucht, Schmerzen zu lindern, indem sie die natürlichen Energiebahnen des Körpers ausgleicht. Der Energiefluss wird  dabei als Qi (ausgesprochen CHEE) bezeichnet.

Wie genau hilft Akupunktur?

Für diese Praxis legen Akupunkteure winzige, dünne Nadeln in Ihre Haut. Die Position der Insertion ist dabei abhängig von der Schmerzquelle, kann jedoch basierend auf dem Qi weit weg von dem schmerzenden Körperteil sein.

Akupunktur kann Schmerzen lindern, indem sie den Körper veranlasst, Serotonin freizusetzen, eine “Wohlfühl-Chemikalie”, die Schmerzen lindert.

 Anwendungsgebiete:

  • Migräne
  • chronischen Schmerzen

Quellen:

William C. Hilberg
As an author, Mr. Hilberg has published several papers on health issues that have gained international recognition. He is close to nature and loves the seclusion and activity as a freelance journalist. In his function as editor William C. Hilberg manages the entire content of PENP. Our team greatly appreciates his expertise and is proud to have him on board.