Kondition – Die 5 motorischen Grundfähigkeiten

Der Begriff Ausdauer wird oft mit Kondition gleichgesetzt, ist aber nur ein Teil davon. Unter dem Begriff Kondition werden die 5 motorischen Grundfähigkeiten des Menschen verstanden:

  • Kraft
  • Ausdauer
  • Schnelligkeit
  • Beweglichkeit
  • Koordination

Die Verteilung dieser Fähigkeiten ist individuell und sehr unterschiedlich verteilt. So ist es auch zu erklären, dass es Talente in den verschiedensten Sportarten gibt.

Kondition – Die 5 motorischen Grundfähigkeiten im Detail

 Kraft

Hanteltraining im Fitnessstudio verbessert die Kraftausdauer.

Kraft im Sport ist die Fähigkeit des Nerv-Muskel-Systems, durch Innervations- und Stoffwechselprozesse mit Muskelkontraktionen Widerstände zu überwinden (konzentrische Arbeit), ihnen entgegenzuwirken (exzentrische Arbeit) oder sie zu halten (statische Arbeit).

Die 5 Erscheinungsformen der Kraft

Maximalkraft Ist die größtmögliche Kraft, die willkürlich gegen einen Widerstand ausgeübt werden kann.
Schnellkraft Ist die Fähigkeit, optimal schnell Kraft zu bilden.
Kraftausdauer Ist die Widerstandsfähigkeit gegen Ermüdung bei statischen und dynamischen Krafteinsätzen (mit mehr als 30 % der Maximalkraft).
Reaktivkraft Ist die exzentrisch-konzentrische Schnellkraft bei kürzest möglicher Kopplung (< 200 ms) beider Arbeitsphasen, also in einem Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus.
Explosivkraft Ist die Fähigkeit zu Beginn einer Belastung einen hohen Kraftanstieg zu erzeugen.

Ausdauer

Joggen ist eine gute Möglichkeit zur Verbesserung der Langzeitausdauer.

Ausdauer ist die physische und psychische Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen Ermüdung bei lang andauernden Belastungen sowie die schnelle Wiederherstellungsfähigkeit nach einer Belastung.

Die Erscheinungsformen der Ausdauer

Die Trainingslehre unterscheidet 6 Ausdauerarten voneinander.

Kurzzeit Mittelzeit Langzeit I Langzeit II Langzeit III Langzeit IV
35 – 120 Sek. 2 – 10 min. 10 – 35 min. 35 – 90 min. 90 min. – 6 Std. Über 6 Std.

Für den (ambitionierten) Hobbysport hat sich folgende vereinfachte Einteilung eingebürgert.

Kurzzeit Mittelzeit Langzeit
Bis 2 min. Bis 30 min. Über 30 min.

Eine weitere Unterscheidung ist die lokale Ausdauer und allgemeine Ausdauer. Von einer lokalen Ausdauer wird gesprochen, wenn höchstens 14 % der Skelett-Muskulatur bei einer sportlichen Aktivität aktiv sind. Die Belastung des Herz-Kreislaufsystems ist dabei nur moderat. Darüber hinaus wird von einer allgemeinen Ausdauer gesprochen.

Schnelligkeit

Alle Sprintdisziplinen benötigen ein hohes Maß an Schnelligkeit.

Schnelligkeit ist die Fähigkeit auf einen Reiz in kürzester Zeit zu reagieren und/oder Bewegungen mit höchster Geschwindigkeit bei geringen Widerständen durchzuführen.

Die drei Arten der Schnelligkeit mit Beispielen in welchen Sportarten diese besonders benötigt werden.

Reaktionsschnelligkeit Beschleunigungsfähigkeit Bewegungsschnelligkeit
Boxen, Tischtennis Sprint, Handball, Hochsprung Basketball, Volleyball

Beweglichkeit

Yoga – effiziente Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit.

Beweglichkeit ist die Fähigkeit unseres Muskel-Gelenk-Systems, Bewegungen mit einem großen Bewegungsausmaß (Amplitude) durchführen zu können. Siehe hierzu auch meinen Beitrag Dehnübungen.

Arten und Unterscheidungsmerkmale der Beweglichkeit.

Gelenkigkeit Ist abhängig vom anatomischen Aufbau der knöchernen Gelenkpartner und des dazu gehörenden Kapsel- / Bandapparates.
Dehnfähigkeit Ist abhängig von der Elastizität von Muskeln und Sehnen.
Aktive Beweglichkeit Umfasst das größtmögliche Bewegungsausmaß, welches durch (eine eigene) Muskelkontraktion erreicht werden kann.
Passive Beweglichkeit Umfasst das größtmögliche Bewegungsausmaß, welches durch die Einwirkung äußerer Kräfte (z. B. Partner, Gewichte) erreicht werden kann.

Weitere Faktoren, welche Einfluss auf die Beweglichkeit haben sind Alter, Geschlecht, Temperatur, Tageszeit, Hormone, Psyche, etc.

Koordination

Slackline – eine Trendsportart, welche viele koordinative Fähigkeiten schult.

Koordination bezeichnet das Zusammenwirken von Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark) und Skelettmuskulatur innerhalb eines gezielten Bewegungsablaufes. Als koordinative Fähigkeiten werden Eigenschaften bezeichnet, die die sportliche Leistung bestimmen und sich auf die Steuerung und Regelung (und damit auf die Qualität) von Bewegungen beziehen.

Die 7 koordinativen Fähigkeiten

Differenzierungsfähigkeit Bewegungsabläufe mit hoher Genauigkeit vollziehen. Einen hart oder weich zugespielten Ball fangen, auf dem Minitrampolin abfedern, schreiben, usw.
Kopplungsfähigkeit Teilkörperbewegungen bzgl. eines bestimmten Handlungsziels räumlich, zeitlich und dynamisch aufeinander abstimmen. Technik Schwimmen, Aerobic
Reaktionsfähigkeit Zum zweckmäßigsten Zeitpunkt mit einer aufgabenbezogenen Geschwindigkeit auf ein Signal zu reagieren. Torwart, Tischtennis, Boxen, etc.
Orientierungsfähigkeit Bestimmung und zielangepassten Veränderung der Lage und Bewegung des Körpers in Raum und Zeit. Turmspringen, Kunstturner
Gleichgewichtsfähigkeit Gleichgewichtszustand des gesamten Körpers während und nach umfangreichen Körperverlagerungen beizubehalten oder wiederherzustellen. Seiltänzer/Slackline, Schwebebalken
Anpassung-/Umstellungsfähigkeit Während des Handlungsvollzugs das Handlungsprogramm veränderten Umgebungsbedingungen anzupassen, oder evtl. ein völlig neues und adäquates Handlungsprogramm zu starten. Ski alpin, MTB Downhill
Rhythmisierungsfähigkeit Einen von außen vorgegebenen Rhythmus erfassen und motorisch umsetzen. Außerdem die Fähigkeit einen verinnerlichten Rhythmus einer Bewegung in der eigenen Bewegungstätigkeit zu realisieren. Tanzen

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