Der Wasserkopf (Hydrocephalus) – Was ist das?

Die wörtliche Übersetzung des Hydrocephalus bedeutet Wasserkopf. Dies ist vielen Leuten ein Begriff, nur weiß kaum einer was es damit auf sich hat. Kurz und knapp gesagt ist es eine Aufweitung der Liquorräume des Gehirns, was als Ursache meist eine Störung des Hirnwasserkreislaufs hat.

Wasserkopf Hydrocephalus

Das menschliche Gehirn wird umspült von Flüssigkeit, dem Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis). Gebildet wir es im Hirninneren in einem Kammersystem, den Ventrikeln. Bis zu 90% des Liquors werden aus den Blutgefässen gefiltert und dieser fliest dann über die Seitenventrikel ab. Das Hirnwasser gelangt dann von dort in den dritten Ventrikel. Als Kommunikation dient ein kleiner schmaler Kanal (Aquäductus cerebri) zwischen dem dritten und vierten Ventrikel.

Die Ventrikel sind untereinander mit engen Kanälen und Öffnungen (Foramen Monroi) verbunden, durch diese Verbindung ist ein Anschluss an den Seitenventrikeln gegeben und durch diese Öffnungen kann er Liquor abfliessen. Er tritt über drei Öffnungen aus dem vierten Ventrikel an die Oberfläche des Gehirnes. Dort wird der Liquor von den Hirnhäuten und Hirnvenen wieder aufgenommen und so ensteht ein Kreislauf aus Produktion und Resorption. Der Fluss des Liquors wird durch ein Zusammenspiel zwischen Blutdruck und der Elastizität der pulsierenden Adern gewährleistet. Zwischen der Bildung des Wassers und der Resorption herrscht ein Fliesgleichgewicht. Wird dieses Gleichgewicht gestört, entstehen schnell Druckerhöhungen und der HC ensteht. Das Hirnwasser hat die Funktionen den Hirninnendruck zu regeln, das Hirngewebe feucht zu halten und Stoffwechselprodukte zu transportieren

Was können Ursachen sein?


Gründe für den HC sind meist Engpässe oder Verlegungen im Ventrikelsystem durch:

  • angeborene Hirnfehlbildungen
  • Zysten, Tumore
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • übermäßige Produktion von Liquor
  • in Verbindung mit einer Spina Bifida und/oder einer Chiari II-Maformation
  • vorgeburtliche Infektion oder Blutung
  • nachgeburtliche Infektion (z.B. Meningitis)
  • erhöhte Eiweisskonzentration des Liquors
  • Thrombosen im Bereich des Kopfes
  • Liquorresorptionsstörungen
  • Toxoplasmose-Infektion während der Schwangerschaft
  • Sauerstoffmangel unter der Geburt
  • genetische Störung

Wieviel Hirnwasser wird täglich produziert?


Ein Säugling produziert ca. 100 ml, ein Kleinkind ca. 250 ml und ein Erwachsener bis zu 500 ml Hirnwasser. Dabei wird das gesamte Hirnwasser ca. dreimal ausgetauscht am Tag.

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William C. Hilberg
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