Harnverhalt, ein medizinischer Notfall – so sieht die Behandlung aus

Bei einem Harnverhalt (medizinisch Ischurie) handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Denn dann kann der Mann seine Blase nicht mehr richtig entleeren und das führt zu Schmerzen. Sollte der Harnverhalt nicht behandelt werden, gefährdet das die Nieren und andere Organe. Besonders betroffen von einer Ischurie sind ältere Männer. Im Alter zwischen 70 und 79 liegt das Risiko eines Harnverhaltes bei rund zehn Prozent.

Definition eines Harnverhaltes

Harnverhalt tritt durch eine Blockade der Harnwege auf und definiert die Unfähigkeit, die Blase zu entleeren. Diese füllt sich stattdessen immer mehr, ohne dass der Urin abgegeben werden kann. Die Schwierigkeiten beim Wasserlassen treten zum Teil plötzlich ein, sodass Ärzte diese Krankheit in diesem Fall als akuter Harnverhalt bezeichnen. Auch chronische Ischurie kann vorkommen. Beide Formen verursachen, wenn sie nicht behandelt werden, Schäden in den Nieren.

Akuter Harnverhalt kommt bei älteren Männern vor

Die akute Ischurie betrifft in der Regel ältere Männer. Meistens entsteht sie bei einer gutartigen Prostatavergrößerung, denn diese engt die Harnröhre so stark ein, dass sich die Blase stetig füllt, der Mann aber kein Wasser mehr lassen kann. Die Symptome sind sehr starke Schmerzen in der Bauchgegend sowie ein extrem unangenehmes Druckgefühl. Akuter Harnverhalt kann aber auch andere Ursachen haben, wie eine Blockade der ableitenden Harnwege, Tumore, Nieren-  Blasensteine oder Nervenstörungen. Ebenso kann ein Bandscheibenvorfall eine akute Ischurie auslösen. Da sie ein medizinischer Notfall ist und bei einer Nicht-Behandlung dazu führt, dass die Blase reißt, sollten Betroffenen unverzüglich den Notarzt rufen – am besten aber man lässt es gar nicht so weit und führt bei nur geringstem Verdacht eine Harnstrahlmessung durch, diese könnte durchaus gewisse Dinge im Voraus aufdecken.

Chronische Ischurie verursacht starken Harndrang

Der chronische Harnverhalt verhält sich etwas anders. Zu starken Schmerzen kommt es nicht und die Symptome sind häufiges Wasserlassen und starker Harndrang sowie Inkontinenz. Ursachen dafür sind meistens Blasensteine, eine geschwächte Blasenmuskulatur oder eine Harnwegsverengung sowie die Einnahme bestimmter Medikamente. Wird die chronische Ischurie nicht behandelt, kommt es zu Nebenwirkungen wie einer Überlaufblase oder dauerhafter Inkontinenz. Denn das Gewebe der Blase dehnt sich irgendwann so stark aus, dass die Schließmuskeln nicht mehr richtig funktionieren können.

Was sind die Ursachen für eine Blockade beim pinkeln

Ursachen des Harndrangs sind vielfältig

Probleme beim Wasserlassen werden durch verschiedene Ursachen hervorgerufen und zwar häufig durch eine Verengung der Harnleiter. Doch das sind nicht die einzigen Gründe für eine Ischurie. Auch kann der Harndrang psychisch bedingt sein oder durch eine neurologische Krankheit hervorgerufen werden. Hier nun die Ursachen im Überblick:

  • Harnwege sind blockiert: Sie wird meistens durch eine gutartige Prostatavergrößerung hervorgerufen. Mit dem Alter wird die Vorsteherdrüse größer und engt die Blase und Harnwege ein. Dadurch kommt es zu einem chronischen Harnverhalt und damit zu häufigem und vor allem nächtlichem Wasserlassen.
  • Harnsteine: Harn- bzw. Nierensteine verursachen starke Schmerzen in der Nierengegend und beim Abgang kommt es zu kolikartigen Schmerzen im Unterbauch. Wenn die Steine in den Harnwegen oder der Blase stecken bleiben, kann der Mann kein Wasser mehr lassen und es kommt zu einer Ischurie.
  • Harnröhrenverengung: Die Verengung der Harnröhre kommt in der Regel nach einem Katheter einer Dk-Entfernung vor. Die Harnröhrenstriktur kann aber auch durch eine Verletzung oder einer Entzündung entstehen. In seltenen Fällen ist diese angeboren.
  • Blasenkrebs: Tumore in der Blase können ebenfalls einen Harnstau verursachen. Die Symptome sind in der Regel Blut im Urin und Schmerzen beim Wasserlassen.
  • Ischurie bei Frauen: Auch bei der Frau kann eine Ischurie entstehen und zwar durch eine Senkung der Gebärmutter. Das passiert häufig, wenn die Frau nicht nur eine Schwangerschaft, sondern mehrere Geburten durchlebt hat. Ebenso kann ein Östrogenmangel in den Wechseljahren die Harnwege blockieren.
  • Andere Erkrankungen: Bei einer chronischen Blasenkrankheit, nach einer OP, Multipler Sklerose, Querschnittlähmung, einem schlecht eingestellten Blutzuckerspiegel und anderen Erkrankungen kann die Blasenfunktion gestört werden und somit das Wasserlassen zu Problemen führen. Die Folgen sind oft ein Verkrampfen der Harnmuskulatur und ein Harnverhalt.
  • Psychische und neurologische Beschwerden: Bei Angststörungen, Stress und anderen psychisch bedingten Erkrankungen kommt es zu einer Anspannung der Blasenmuskeln. Das kann einen Harnverhalt zur Folge haben.

Ischurie: Behandlung, Therapie und Medikamente

Die Behandlung und Therapie der Ischurie hängt von der jeweiligen Ursache ab. Wichtig ist, dass Sie bei den ersten Symptomen bereits zum Arzt gehen. Denn dieser muss möglichst schnell herausfinden, welche Gründe die Harnverengung hat. Dazu führt er ein Patientengespräch durch und untersucht Bauch und Unterleib. Zudem nimmt er eine Urinprobe und analysiert den Harn im Labor. Ebenso kommen Ultraschall, eine Röntgenuntersuchung sowie eine Computertomografie zum Einsatz, um Nieren, Becken und Füllstand der Blase schnell und schmerzlos zu erkennen.

Um die Blase so schnell wie möglich zu entlasten, wird ein Blasenkatheter verwendet. Das ist ein dünner Kunststoffschlauch, der über die Harnröhre in die Blase geschoben wird, damit der Urin nach und nach in kleinen Portionen abfließen kann. Das lindert die Schmerzen und beugt außerdem Komplikationen wie Blutungen in der Blasenwand oder einen Blasenriss vor.

Je nach Ursache verbleibt der Katheter kurzzeitig oder dauerhaft in der Harnröhre. Liegt eine bakterielle Infektion oder Entzündung vor, verschreibt der Arzt außerdem Antibiotika. Sobald die Blase entleert ist, führt der Arzt eine Blasenspiegelung durch, um krankhafte Prozesse zu erkennen und mögliche Blasensteine, die stecken geblieben sind, zu entfernen. Tritt der Harnverhalt aufgrund einer psychischen Beschwerde auf, wird der Patient zu einem Psychotherapeuten überwiesen.

Behandlung bei einer Blockade der Harnwege

Was Sie bei einem Harnverhalt tun sollten

Kommt es zu Problemen beim Wasserlassen, gibt es einige Möglichkeiten, mit denen der Mann einem Harnverhalt vorbeugen kann. Besonders sinnvoll ist, wenn auf entwässernde Getränke wie Kaffee oder Cola verzichtet wird, da diese den Harndrang noch verstärken. Zudem können Sie Taktiken entwickeln, mit denen Sie der Versuchung, auf die Toilette zu gehen, widerstehen, um so die Blase zu trainieren. Ebenfalls helfen bei Harnverhalt Entspannungsbäder, welche die Muskulatur der Blase relaxen.

Um eine Ischurie aufgrund einer bakteriellen Entzündung vorzubeugen, sollten Sie für ausreichend Hygiene im Intimbereich sorgen. Beim Geschlechtsverkehr schützt ein Kondom vor der Übertragung von Bakterien und Viren. Harn- und Nierensteine, die zu Harnverhalt führen, lassen sich vorbeugen, wenn Sie zwischen 2,5 und 3 Liter Wasser pro Tag trinken.

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William C. Hilberg
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