Blut im Sperma: Das löst bei Männern oft Angst aus! Dabei ist diese oft unbegründet

Viele Männer erschrecken, wenn plötzlich im Blut im Sperma auftaucht. Dabei ist die Angst oft unbegründet. Denn Forscher fanden heraus, dass die Ursache in den meisten Fällen harmlos ist.  Wer also an Krebs oder eine Geschlechtskrankheit denkt, der liegt in der Regel falsch. Der Anblick ist schlimmer, als die Ursache. Nur selten hat blutiges Sperma mit einer gefährlichen Krankheit zu tun.

In diesem Artikel erfahren Sie alles zu dem Thema blutiges Sperma sowie den möglichen Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten.

Blut im Sperma, was bedeutet das?

Mit Blut durchzogenes Sperma wird medizinisch als Hämospermie oder Hämatospermie bezeichnet. Durch die Blutbeimengung im Sperma färbt sich dieses rosa bis dunkelrot und manchmal auch bräunlich. Die meisten Männer bemerken die Hämospermie erst gar nicht, da sie in Regel nur einmalig oder sporadisch auftritt. Nur in seltenen Fällen tritt Blut im Sperma chronisch auf. Zudem kommt die Hämospermie vorwiegend bei Männern zwischen 30 und 40 Jahren vor. Nur in rund 10 bis 30 Prozent der Fälle ist Blut im Sperma die Ursache einer anderen Erkrankung. Ansonsten ist die Hämospermie völlig harmlos.

Unterschiede der Hämospermie: Mirko- und Makrohämospermie

Das Samensekret wird in der Prostata gebildet und dient zum Transport und Schutz der Spermien. Die Produktion der Spermien erfolgt in den Hoden. Dort reifen sie in den Nebenhoden heran, bis sie bei einem Samenerguss zusammen mit dem Samensekret als Ejakulat aus der Harnröhre herausschießen. Das Ejakulat ist normalerweise frei von Blut oder nur von wenig Blut durchzogen, sodass es mit menschlichem Auge nicht erkennbar ist und sich nur im Labor nachweisen lässt. Mediziner sprechen dann von einer Mikrohämatospermie. Sollte das Blut im Sperma sichtbar sein und sich dieses deshalb rötlich färben, bezeichnen Ärzte das als Makrohämatospermie.

Unterschiede der Hämospermie: Mirko- und Makrohämospermie

Wie entsteht Blut im Sperma?

Sperma, das hellrot gefärbt ist und bei dem helle rötliche Schlieren sichtbar sind, stammt aus geplatzten Äderchen in der Harnröhre oder der Eichel. Ist das Ejakulat dunkelrot oder bräunlich, handelt es sich um älteres Blut, dass schon eine ganze Weile im Sperma verweilt und wahrscheinlich aus der Prostata oder Hoden stammt. Zu Hodenschmerzen oder Stechen im Penis kommt es dabei nicht. Das Auftreten von Blut im Sperma ist in vielen Fällen nicht mit Schmerzen verbunden. Sollte die Ursache auf eine Entzündung zurückzuführen sein, kann die Hämospermie allerdings weh tun.

Ab welchem Alter tritt Hämospermie auf?

Blut im Sperma kann alle Männer treffen. In der Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen kommt die Hämospermie am häufigsten vor. Aber auch bei jüngeren Männern kann sie auftreten. Seltener leiden ältere Männer unter blutigem Sperma. Was die Anzahl der Erkrankungen insgesamt angeht, so berichten Urologen jährlich von vielen Fällen, denn die Hämospermie kommt sehr oft vor. Schätzungen zufolge hat jeder zweite Mann mindestens einmal in seinem Leben Blut im Ejakulat gehabt.

Blut im Sperma: Das sind mögliche Ursachen!

Wie erwähnt, hat Blut im Sperma nicht immer eine Ursache. In rund der Hälfte der Fälle finden Ärzte nach umfassender Diagnostik keine Ursache. Deshalb wird diese Art der Hämospermie als idiopathische Hämatospermie bezeichnet. Die Symptome verschwinden nach kurzer Zeit von alleine. Die Betroffenen müssen nichts weiter tun und auch keine Folgen fürchten.

Sollte einmal eine Erkrankung für blutiges Sperma verantwortlich sein, so ist diese normalerweise harmlos und lässt sich problemlos behandeln. Nur bei rund 1-3 Prozent der Männer, die über blutiges Ejakulat klagen, ist der Auslöser eine gefährliche Krankheit oder Entzündung.

Die möglichen Erkrankungen, die für blutiges Sperma sorgen:

Welche Auslöser für Blut im Sperma verantwortlich sind, erfahren Sie jetzt.

  • Entzündungen: Blutiges Sperma wird in den meisten Fällen durch eine Entzündung hervorgerufen. Das kann eine Entzündung der Prostata oder Harnröhre sowie der Nebenhoden sein. Sie wiederum wird durch eine Infektion oder eine sexuell übertragbare Krankheit verursacht.
  • Mechanische Schädigungen: Nach einer Prostatabiopsie Untersuchung oder einer Operation, zum Beispiel einer OP der Hämorrhoiden, kann Blut im Sperma auftreten. Ebenfalls können langer, intensiver und heftiger Sex sowie bestimmte erotische Praktiken, wie das Einführen von Gegenständen in die Harnröhre, Verletzungen auslösen, wodurch das Sperma blutig wird.
  • Steine, Zysten und organische Schäden: Manchmal leiden Männer in der Prostata oder den Samenblasen unter Steinbildung. Diese sind ähnlich wie die Nierensteine mit Blutungen und Schmerzen verbunden. Wenn sich Steine bilden, führen Sie zu einer Verengung der Samenleiter und Harnröhre und zu blutigem Ejakulat. Ein weiterer Auslöser sind erweiterte Venen, Zysten oder Divertikel in Prostata, Harnröhre und Samenleiter. Ebenfalls kann eine Prostatavergrößerung die Ursache für eine blutige Samenflüssigkeit sein. Mediziner haben herausgefunden, dass zudem allgemeine Beschwerden wie Bluthochdruck, Blutgerinnungen oder Schäden an der Leber für Blut in der Samenflüssigkeit sorgen können.
  • Bösartige Erkrankung: In ganz wenigen Fällen ist eine Krebserkrankung die Ursache für Blut im Sperma, wie beispielsweise ein Karzinom oder Hodenkrebs.
  • Nicht organische Ursachen: Wenn nach einer Untersuchung eine Krankheit oder Entzündung als Ursache ausgeschlossen werden kann, so ist es möglich, dass das Blut in den Spermien durch Stress, Ängste, psychische Probleme oder Partnerschaftsprobleme hervorgerufen wurde.

Blut im Sperma ist nicht ansteckend und meistens ohne Folgen. Ist der Mann allerdings mit HIV infiziert, dann darf kein ungeschützter Geschlechtsverkehr erfolgen. Denn HIV wird durch Blut und Sperma übertragen.

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Symptome, die im Zusammenhang mit Hämospermie auftreten können

Normalerweise kommt es zu keinen weiteren Symptomen oder Schmerzen. Ist aber eine bestimmte Krankheit für blutiges und klumpiges Sperma verantwortlich, können andere Symptome auftreten. Erscheinen diese Beschwerden, sollten Sie den Arztbesuch nicht hinausschieben, denn dann handelt es sich um einen abklärungsbedürftigen Befund:

  • Ein schwacher Harnstrahl, vermehrtes Wasserlassen
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Schmerzen beim Masturbieren
  • Leistenschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Durchfall
  • Hodenschmerzen
  • Bauch- und Nierenschmerzen
  • Stechen und Ziehen im Penis

Behandlung von blutigem Ejakulat

In der Regel ist keine Behandlung notwendig. Die Beschwerden klingen nach einigen Tagen von alleine ab. Die Einnahme von Medikamenten ist ebenfalls nicht erforderlich. Sollten die Symptome aber nicht von selbst abklingen, oder ist viel Blut im Sperma, raten wir Ihnen zu einem Arztbesuch. So lassen sich gesundheitliche Schäden und Risiken vermeiden. Denn wenn eine Entzündung die Ursache für blutiges Sperma ist, kann diese, falls sie nicht rechtzeitig behandelt wird, zu Zeugungsunfähigkeit führen. Bei den anderen, oben aufgeführten Erkrankungen hängt die Therapie von den jeweiligen Ursachen ab. Bei einer Verletzung des Penis sollte eine Zeit lang auf Sex und Masturbation verzichtet werden. Sollte das blutige Ejakulat von einer von Bakterien und Viren hervorgerufenen Prostatitis stammen, die Behandlung mit Antibiotika.

Das können Sie tun, wenn Sie blutiges Sperma bei sich entdecken

Wenn sich die Ursache für das blutige Sperma nicht klären lässt und keine schlimme Krankheit dahinter steckt, sondern eher ein psychisches Problem oder Stress verantwortlich ist, können Sie mit einigen Hausmitteln die Beschwerden auf natürliche Weise lindern oder einen Heilpraktiker aufsuchen. Heilpflanzen haben sich besonders bewährt. Dazu zählen Kürbiskerne, Roggenpollen, Baumrinden, Sägepalmfrüchte oder Wurzelextrakte.

Weiterhin haben Sie die Möglichkeit, blutiges Sperma vorzubeugen: Unter anderem sollten Sie auf gefährliche Sexualpraktiken, starken Alkoholkonsum und Rauchen verzichten, sich gesund und abwechslungsreich ernähren sowie sich ausreichend viel bewegen. Wenn Sie unter schlechter Durchblutung leiden, ist es wichtig, dass Sie diese behandeln lassen, da sie den Sex und den Samenerguss negativ beeinflussen kann und ebenfalls zu blutigem Ejakulat führt.

Ein Arzt hilft bei blut im sperma

Diese Untersuchungen führt der Arzt aus!

Haben Sie den Verdacht, dass eine Krankheit die Ursache für das Blut im Sperma ist, sollten Sie sich einer Untersuchung unterziehen. Der Arzt wird zuerst ein Gespräch mit Ihnen führen, um herauszufinden, unter welchen Symptomen Sie leiden und Sie zudem zum blutigen Ejakulat befragen. Anhand dieser Fragen kann er bereits erste Rückschlüsse ziehen.

Im Anschluss wird er Sie abtasten sowie den Penis begutachten und es auf erkennbare Veränderungen und Schwellungen hin überprüfen. Ebenfalls wird er sich die Hoden und Nebenhoden ansehen und Ihre Schmerzreaktion testen. Auch ist es möglich, dass er die Vorsteherdrüse ertastet und eine digitale Untersuchung mit Ultraschall durchführt. Unregelmäßigkeiten und Schwellungen der Prostata lassen sich so leicht erkennen. In seltenen Fällen, zum Beispiel bei Krebs- oder Tumorverdacht, wird eine Magnetresonanztomographie angewendet.

Außerdem führt der Arzt noch einige Laboruntersuchungen durch und analysiert den Urin, das Sperma sowie das Blutbild und die Blutwerte.

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William C. Hilberg
As an author, Mr. Hilberg has published several papers on health issues that have gained international recognition. He is close to nature and loves the seclusion and activity as a freelance journalist. In his function as editor William C. Hilberg manages the entire content of PENP. Our team greatly appreciates his expertise and is proud to have him on board.