Du bekommst keinen Orgasmus und hast Angst unter Anorgasmie zu leiden?

Unter einer Anorgasmie zu leiden bedeutet, dass du bzw. dein Körper unfähig ist, einen Orgasmus zu erleben. Dieser Umstand kann seit Geburt vorliegen oder auch nur temporäre Phasen deines Lebens betreffen. Männer und Frauen können beide an dieser Krankheit leiden, wobei dieses Phänomen bei Männern recht selten auftritt. Grundsätzlich sind beide Geschlechter aber von Natur aus so eingerichtet, dass ein Orgasmus grundsätzlich möglich ist. Es kommt nur auf die Art der Stimulation an.

Allerdings gibt es auch körperliche Erkrankungen, die einen Orgasmus unmöglich machen. Hat ein Mensch noch nie in seinem Leben den sexuellen Höhepunkt erlebt, spricht der Mediziner von einer primären Anorgasmie. Im Gegenzug wird das Ausbleiben der Orgasmus-Fähigkeit nach einem erfüllten Sexualleben als sekundäre Anorgasmie bezeichnet. Bei Männern bedeutet es nicht, dass sie keine Erektion bekommen, sondern sie bekommen einfach keinen Samenerguss.

Die meisten Ursachen für eine Anorgasmie sind allerdings im psychischen Bereich zu finden. Viele Patienten hatten früher eine sex-feindliche Erziehung durch die Eltern genossen oder wurden irgendwann in ihrem Leben einmal sexuell missbraucht. Solltest du zu diesem Patientenkreis gehören, können Psychotherapien sehr gut Abhilfe schaffen.

Hast du eine dieser Erkrankungen, kann der Orgasmus ausbleiben

Leidest du unter Diabetes, kannst du unter Anorgasmie leiden, weil bei vielen Medikamenten als Nebenwirkung eine erektile Dysfunktion angegeben wird. Kannst du keine Erektion bekommen, kannst du logischerweise auch keinen Orgasmus erwarten. Du kannst aber eventuelle die Erektionsstörungen beheben.

Hattest du vor kurzem einen Herzinfarkt, hast du wahrscheinlich Angst vor Sex und dem Orgasmus. Bei der sexuellen Erregung laufen alle Organe auf Hochtouren: Der Blutdruck steigt und das Herz schlägt doppelt so schnell. Diese Symptome, die die Vorboten eines neuen Herzinfarktes sein könnten, kann dein Gehirn schlecht verarbeiten und möchte weitere Aktionen vermeiden. Wende dich in diesem Fall an einen Herzspezialisten, der auch in der Psychotherapie bewandert ist.

Solltest du an einer Prostata-Krebs-Erkrankung leiden, ist es auch organisch bedingt, dass ein Orgasmus kaum möglich ist. Die Prostata regt die Samenbildung an und wenn keine Samen vorhanden sind, dann gibt es auch keinen Samenerguss.

Eine sekundäre Anorgasmie liegt vor, wenn du einen Unfall hattest, aus dem eine Querschnittslähmung hervorging. Bist du ab der Hüfte abwärts plötzlich gelähmt, kann daraus eine irreversible Orgasmus-Störung entstehen.

Deine Erziehung von deinen Eltern nimmt Einfluss auf dein Sexleben

Neben den organischen Ursachen gibt es sehr viele psychische Ursachen, die eine – zumeist vorübergehende – Anorgasmie auslösen. Die meisten Konflikte mit sich selbst und dem (Sex-) Partner entstehen in der Kindheit. Das wusste schon Sigmund Freud, als er die Psychoanalyse entwickelte.

Vor allem bei Frauen liegt der Grund für die Anorgasmie in einer sexual-feindlichen Erziehung der Eltern. Nacktheit gab es in der Familie nicht und Sex war sowieso ein Tabu-Thema. Frühe pubertäre Lustgefühle wurden im Keim gnadenlos erstickt und teilweise sogar bestraft. So ist es erklärlich, dass auch Frauen im fortgeschrittenen Alter sich nicht trauen, ihrer Lust hinzugeben, weil sie sich schlecht fühlen.

Ganz schlimm ist es, wenn auch noch sexueller Missbrauch in der Familie vorhanden war. Dieses betrifft auch die Jungen im kindlichen Alter. Früher war es ein absolutes Tabu-Thema und die Dunkelziffer liegt sehr hoch. So kommt es, dass sich heute immer mehr Menschen im Alter outen und die ganze Problematik der letzten Jahrzehnte an die Öffentlichkeit gelangt.

Bei allen Arten von psychischen Ursachen der Anorgasmie kann ein guter Psychiater und Psychotherapeut das Leiden erträglicher machen oder sogar abstellen. Meistens geht kein Weg an einer Psychotherapie oder Verhaltenstherapie vorbei. Diese Zeit kann sehr anstrengend und voller Höhen und Tiefen sein, aber der Weg in eine glückliche Zukunft ohne Ängste wird sich lohnen.

Kein Höhepunkt durch falsche Erziehung

Weitreichende Probleme in der Partnerschaft belasten deine Psyche

Nicht nur die Kindheit, auch deine aktuelle Partnerschaft kann eine Anorgasmie bei dir auslösen. Ist die Liebe erloschen und stimmt das alltägliche Zusammenleben nicht mehr, ist es kein Wunder, dass es beim Sex auch nicht mehr klappt. Die Sexualität sollte freiwillig und gerne praktiziert werden. Ist der Alltag von Stress und Aggression und täglichen Meinungsverschiedenheiten geprägt, ist es nur natürlich, dass es keinen Orgasmus mehr gibt.

Das Problem beginnt hier aber schon eine Stufe vorher: nämlich der Verlust der Libido, also das sexuelle Begehren. Fehlt dieses, kommt es gar nicht erst zu der Ausübung einer sexuellen Handlung und infolge dessen auch nicht zu einem Orgasmus.

Aber nicht immer ist der Partner schuld. Du kannst auch mitten in einer eigenen Identitätskrise stecken! Plötzlich weißt du nicht mehr, ob das alles noch so richtig ist, was du tust. Es kann sogar soweit gehen, dass du dich als Mann oder als Frau infrage stellst. Oder du meinst plötzlich, dass du eigentlich auch schwul oder lesbisch sein könntest. Diese Krisen wirken sich auch auf dein persönliches Sexleben aus. Abhilfe schaffen kannst du mit einem guten Therapeuten, der dir hilft, diese Dinge zu verarbeiten und die Ursachen dafür herauszufinden.

Die Sonderformen masturbatorische und koitale Anorgasmie

Bei der masturbatorischen Anorgasmie handelt es sich ebenfalls um eine sekundäre Anorgasmie. Die Orgasmus-Fähigkeit ist nur bei der Masturbation nicht gegeben. Bei einem normalen Geschlechtsverkehr mit einem Partner ist dieses problemlos möglich. Zum Problem wird diese Form, wenn es keinen Partner gibt und die Selbstbefriedigung nicht gelingt.

Bei der koitalen Anorgasmie ist es genau umgekehrt. Du bekommst einen Orgasmus nur bei der Selbstbefriedigung, aber nicht beim Geschlechtsverkehr mit deinem Partner. Diese Form belastet natürlich die Partnerschaft sehr und du solltest eventuell eine Paartherapie in Erwägung ziehen. Meistens ist die Ursache dafür, dass in der Partnerschaft nicht über sexuelle Wünsche und Neigungen gesprochen wird. Da du ja generell einen Orgasmus bekommen kannst, liegt es an der richtigen Stimulation deiner Geschlechtsorgane von deinem Partner.

Was kannst du tun?

Hilfe durch Psychologen bei Orgasmusstörung

Bei der primären Anorgasmie solltest du einen guten Arzt für deine Grunderkrankung aufsuchen und mit ihm dein Problem besprechen. Einige körperlichen Handicaps kann der Arzt sicherlich beheben, aber einige eben auch nicht.

Ist die Ursache eine sekundäre Anorgasmie, sind die meisten Probleme psychischer Natur. Hier kann nur ein Psychologe oder Psychotherapeut helfen. Die Blockaden bestehen meist aus Angst oder Meideverhalten in der jeweiligen Situation. Habe keine Scham, sondern öffne dich und vertraue dich einem Spezialisten an. Ein Drittel der Menschen leiden einmal in ihrem Leben an einer solchen Störung und vielen konnte schon geholfen werden.

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William C. Hilberg
As an author, Mr. Hilberg has published several papers on health issues that have gained international recognition. He is close to nature and loves the seclusion and activity as a freelance journalist. In his function as editor William C. Hilberg manages the entire content of PENP. Our team greatly appreciates his expertise and is proud to have him on board.