Alkohol – Herstellung, Wirkung und Abbau

Ein gesunder Mensch, der einen maßvollen Lebenswandel führt, sich ausreichend bewegt/Sport treibt und sich ausgewogen ernährt, dem dürfte ein gelegentlicher und moderater Genuss von Alkohol nicht schaden.

Was ist Alkohol


Alkohol ist eine organische Verbindung. Alkoholmoleküle haben als funktionelle Gruppe eine oder mehrere HydroxylGruppe/n (OH). Der Alkohol, der als Trinkalkohol bezeichnet wird und von Menschen im generellen getrunken wird, ist Ethanol (C2H6O).

Der Begriff Alkohol bezieht sich im weiteren Verlauf dieses Beitrags immer auf eben dieses Ethanol. Ein Gramm Alkohol hat einen Energiegehalt von 7,1 kcal oder 29,3 kJ.

Wie entsteht Alkohol


In der Natur entsteht Alkohol durch Vergärung (also ohne Sauerstoff) von Zucker in z. B. Obst auf dem sich verschiedene Hefearten und Bakterien angesiedelt haben. Diese Vergärung wird zur Energiegewinnung genutzt. Alkohol existiert also seitdem die Evolution zuckerhaltiges Obst sowie Hefen und Bakterien hervorgebracht hat, welche diesen Zucker vergären können (vor ca. 48 bis 50 Millionen Jahren).

Seit wann stellt der Mensch Alkohol her


Maß BierDie ersten Schriften zur Herstellung von Alkohol finden sich in über 5000 Jahre alten ägyptischen Schriftrollen. Durch die Vergärung von Zucker in Trauben bzw. Weizen (der sogenannten Maische) stellt der Mensch seit alters her Wein und Bier her.

Die natürliche Alkohol-Höchstgrenze der alkoholischen Gärung liegt bei 23%. Der Grund ist, dass die Hefen dann an ihrem eigenen Stoffwechselendprodukt, dem Alkohol, sterben. Höhere alkoholische Prozente werden durch Destillation oder ausfrieren von Wasser erreicht.

Einige Wirkungen des Alkohols


Alkohol wird offiziell weder als giftig noch als gesundheitsschädlich eingestuft. In der Pathologie zählt er jedoch zu den Lebergiften, da er einen direkten, giftigen Effekt auf die Bildung roter Blutkörperchen hat. In der Pädiatrie (Kinderheilkunde) gilt Alkohol als ein die Leibesfrucht schädigendes Gift.

  • Ab einer bestimmten Dosis Alkohol wird von einer akuten Vergiftung gesprochen sowie von einer chronischen Vergiftung beim Alkoholismus.
  • Die akuten Wirkungen des Ethanols beruhen vorwiegend auf einer Schädigung von Nervenzellen bzw. des Zentralnervensystems.
  • Alkohol verursacht einen Abfall des Blutzuckerspiegels. Folge unter anderem ist vermehrter Hunger.
  • Ein Zwischenprodukt beim Alkoholabbau ist das Zellgift Acetaldehyd, welches für den sogenannten „Kater“ und die Leberzirrhose verantwortlich zeichnet.
  • Alkohol verdrängt Fette und Kohlenhydrate aus der Energiebedarfsdeckung. Hemmt damit den Fettabbau. Des weiter entsteht ein Vitaminmangel, besonders der Vitamine des B-Komplexes.
  • Alkohol kann zu Fett verstoffwechselt werden.

Äußerliche Anzeichen von Alkoholkonsum


Menge alkoholhaltiger GetränkeBlutalkoholspiegel  Wirkungen
1 Glas Bier (0,33 l) oder 0,2 l Weinab 0,3 ‰Enthemmende Wirkung mit Steigerung der Redseligkeit.
2–3 Gläser Bier oder 0,5 l Wein0,5–1 ‰„Schwips“ mit Enthemmung, Selbstüberschätzung und einem nachlassen der Reaktionsfähigkeit.
5–9 Gläser Bier oder 1–1,5 l Wein1–2 ‰Deutliche Angetrunkenheit, beginnende Ataxie, verminderte Sehleistung, teils Aggressivität, Uneinsichtigkeit.
11–16 Gläser Bier oder 2–3 l Wein2–3 ‰Trunkenheit, Rausch, starke Ataxie, Denk- und Orientierungsstörungen, später teils Amnesie.
ab 3 ‰Schwerer Rausch, Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit, Aspiration von Erbrochenem und Unterkühlung, Lebensgefahr durch Atemlähmung bei Menschen, die nicht an regelmäßig größere Alkoholmengen gewöhnt sind.
6–8 ‰I.d.R. (auch für schwere Alkoholiker) tödlich.

Die drei Schritte des Alkoholabbaus


Schritt 1

Das Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH) wandelt das Ethanol in Acetaldehyd um. Dies geschieht bei einer Rate von 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde.

Schritt 2

Acetaldehyd, ein noch giftigeres Zellgift als Ethanol, wird nun vom Enzym Acetaldehyddehyrogenase (AIDH) zu Essigsäure (in chemischer Fachsprache: Actyl-CoA oder Acetyl Co-Enzym A) weiter verarbeitet.

Schritt 3

Actyl-CoA wird durch den Zitronensäurezyklus zu Wasser und Kohlendioxid verarbeitet.

Gläser mit Sekt und Cocktails

Alkohol in der modernen Gesellschaft


Alkohol ist neben Nikotin die am weitesten verbreitete Droge der Welt!

Die täglichen Grenzwerte für Alkohol/Tag betragen für Frauen: 20 Gramm und für Männer: 40 Gramm. Die Bezeichnung Promille (von lat. pro = für; mille = tausend, Symbol: 0/00 oder ‰) steht für einen tausendstel Bruchteil. 1 Promille bedeutet also 1 Teil  pro 1000 Teile. 3,6 ‰ bedeutet demnach 3,6 Teile auf 1000 Teile. Übertragen auf Alkohol wären das 2,5gr. Alkohol pro 1000gr. Körpergewicht.

  • Bei einem 50 kg schweren Menschen sind das ca. 125 Gramm reiner Alkohol.
  • Bei einem 75 kg schweren Menschen sind das ca. 187,5 Gramm reiner Alkohol.
  • Bei einem 100 kg schweren Menschen sind das ca. 250 Gramm reiner Alkohol.

Alkohol erfreut sich in unseren Breiten einer großen gesellschaftlichen Akzeptanz. Kaum eine Feier ohne Alkohol (oder können Sie sich einen Rosenmontag in Köln ohne Alkoholkonsum vorstellen?). Insbesondere die Werbung suggeriert geschickt, mit schönen Menschen und tollen Aufnahmen von tropischen Inseln, von Segeltörns oder „ganzen Männern“ am Gartengrill, das Alkohol einfach dazugehört.

Sterberate durch Alkoholmissbrauch im Vergleich zum Rauchen und illegalen Drogen.


Laut statistischem Bundesamt betrug das durchschnittliche Sterbealter aller bundesdeutscher Bürger/innen 2012 für Männer 74,2 Jahre und für Frauen 81,3 Jahre.

Alkoholkonsum

  • Sterberate: 74.000 (Jahr 2010).
  • Durchschnittliches Sterbealter: minus 20 Jahre.
  • Volkswirtschaftliche Kosten: rund 24 Milliarden Euro pro Jahr.

Rauchen

  • Sterberate: 140.000 (Jahr 2005).
  • Durchschnittliche Sterbealter: minus 10 Jahre.
  • Volkswirtschaftliche Kosten: rund 35 Milliarden Euro pro Jahr.

Illegale Drogen

  • Sterberate: 986 (Jahr 2011).
  • Durchschnittliche Sterbealter: Keine Angaben.
  • Volkswirtschaftliche Kosten: rund 5,2 – 6,1 Millarden Euro für das Jahr 2006 (laut Schätzung des BMG).

Alkohol im Sport


Wer Sport treiben möchte, sollte vor und während seiner sportlichen Aktivitäten keinen Alkohol zu sich nehmen. Alkohol hat kaum positive Wirkung auf die sportliche Leistungsfähigkeit (Ausnahmen gibt es natürlich immer, so kann ein Sportschütze ggf. durch kleine Mengen Alkohol eine ruhigere Hand bekommen). Bewiesen sind jedoch mannigfache negative Einflüsse von Alkohol auf den menschlichen Körper und damit natürlich auch auf die sportliche Leistungsfähigkeit.

Alkohol und Doping

Aufgrund der vielen negativen Wirkungen wird Alkohol kaum zum dopen verwendet. Nichtsdestotrotz unterliegt Alkohol in Übereinstimmung aller internationalen Sportfachverbände bestimmten Einschränkungen. So dürfen Alkoholtests durchgeführt, und bei positiven Testergebnissen Sanktionen verhängt werden.

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William C. Hilberg
As an author, Mr. Hilberg has published several papers on health issues that have gained international recognition. He is close to nature and loves the seclusion and activity as a freelance journalist. In his function as editor William C. Hilberg manages the entire content of PENP. Our team greatly appreciates his expertise and is proud to have him on board.